Casinos und Glücksspiel verbinden Reisende üblicherweise mit der Stadt Las Vegas, in der Wüste des US-Bundesstaates Nevada. Unzählige Filme und TV-Serien haben die Glücksspielmetropole der USA in all ihren Vorzügen gepriesen. Von der breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, hat Las Vegas jedoch in den letzten Jahren seinen Status als weltweite Nummer eins der Casinometropolen verloren. Die chinesische Sonderverwaltungszone Macao hat „Sin City“, wie Las Vegas auch genannt wird, längst den Rang als größte und beliebteste Glücksspielstadt der Welt abgelaufen. Die Umsätze in Macao sind in den letzten Jahren förmlich explodiert und machen bereits das Sechsfache der Umsätze von Las Vegas aus. Rund 30 Millionen Touristen besuchen jährlich die Stadt, die Macher von James Bond haben hier teilweise ihren legendären Film „Skyfall“ gedreht. 40 Casinos stehen hier und warten auf zahlungskräftige Kundschaft. Doch Macao ist nicht die einzige Glücksspielmetropole, die von China kräftig gepusht wird.

Not macht erfinderisch

Viele Chinesen lieben das Glücksspiel. Ihre Tradition zu spielen reicht zweitausend Jahre zurück. Da trifft es sich kurios, dass es im Festland von China keine Casinos gibt. Die ehemalige portugiesische Kolonie Macao hat jedoch einen rechtlichen Sonderstatus. Chinesen dürfen daher zumindest einmal pro Woche Macao besuchen und in den zahlreichen Casinos ihr Glück versuchen. Obwohl Macao längst das neue Herz der Glücksspielwelt geworden ist, baut China seit einigen Jahren ein weiteres Zentrum auf. Dieses befindet sich dort, wo man es auf den ersten Blick nicht sofort vermuten würde, nämlich in Kambodscha. Der Staat pflegt enge Beziehungen zu China und setzt daher neben dem Tourismus seit einigen Jahren auch verstärkt auf die Glücksspielindustrie. Aus China fließt jede Menge Geld von Investoren in das Land, zahlreiche Hotel- und Casinokomplexe sind seither entstanden. Damit wertet Kambodscha nicht nur seine Angebote für die Touristen aus aller Welt auf, sondern zieht verstärkt Touristen aus China in das Land. Davon profitieren die Hauptstadt Phnom Penh und die an der Küste gelegene Stadt Sinhanoukville.

Die Highroller bestimmen den Hotspot

Der Aufstieg Kambodschas zur nächsten großen Glücksspielmetropole, neben Las Vegas und Macao, zieht verstärkt Profis und zahlungskräftiges Publikum aus aller Welt an. Für sie zählen nicht nur das luxuriöse Ambiente und das sommerliche Klima in Kambodscha, sondern auch das reichhaltige Angebot an Spielen. Die Spieleklassiker wie Blackjack, Roulette oder Bakkarat alleine locken schon lange keinen Highroller mehr hinter dem Ofen hervor. Pros spielen heute dort, wo sie die meiste Action vermuten und schätzen die vielfältige Auswahl an erfolgreichen Games, die live und online wie bei Full Tilt zur Verfügung steht. Profis beispielsweise sind bekannt dafür, dass sie oft nicht nur während eines Live-Turniers gleichzeitig auch am Tablet spielen, sondern oft auch noch nach dem Turnier die ganze Nacht lang im eigenen Zimmer online weitermachen. So manches „ungeübtes“ Hotelpersonal hat sich da schon verwundert gefragt, warum die Küche von den Hotelgästen die ganze Nacht auf Trab gehalten wird. So etwas kann schnell passieren, wenn während einer interessanten Veranstaltung das halbe Hotel von Profis belegt ist, die sich bis in die frühen Morgenstunden ihrer Profession widmen. Ein Pro, der tage- und wochenlang im gleichen Casino spielt, erwartet sich schließlich auch ein Spitzenservice. Dazu zählen nicht nur eine VIP-Betreuung, sondern in einigen Fällen auch kostenlose Hotelzimmer und jede Menge Extras.

Es herrscht Hochbetrieb

Da das Angebot des Glücksspiels sowohl in China als auch in Kambodscha nur für Touristen veranstaltet wird, reisen die Einheimischen der beiden Länder gerne zum Nachbarn. Zumindest in eine Richtung funktioniert der Transfer bereits hervorragend. Die Chinesen haben Kambodscha längst als Alternative zu Macao entdeckt und nutzen die neuen Angebote intensiv. Sie kommen per Charterflug und das in Massen. Rund 600 Flugzeuge haben die Tourismus-Manager im Vorjahr bereits gezählt und es werden ständig mehr. In zwei Jahren sollen bereits rund zwei Millionen Chinesen das Land besuchen und das nur, um in den neuen Casinos zu spielen.

Die Kasse klingelt und das auch für die Casinobetreiber, die natürlich auch aus China kommen. Das Hongkonger Unternehmen NagaCorp hat ein Monopol in Kambodscha, das es ihm erlaubt bis zum Jahr 2035 rund um Phnom Penh Casinos zu errichten. Kein Wunder also, dass das Unternehmen längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Kambodscha geworden ist. Drei Prozent des Kambodschanischen Bruttoinlandproduktes kommt aus der Casinobranche, die Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel sind in nur einem Jahr um 40 % gestiegen. Derzeit spricht also alles für Kambodscha als neues Spielerparadies.

Der Aufstieg von Kambodscha und Macao hat dazu geführt, dass Las Vegas ein wenig ins Hintertreffen geraten ist, wenn es darum geht, beim Casinoangebot die Nase vorne zu haben. Der Boom findet in diesen Tagen in Asien statt. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich Kambodscha als wichtiges Zentrum durchsetzen können wird, oder ob die Amerikaner das Ruder herumreißen.

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