Drohne fliegen in Thailand – Drohnen werden immer günstiger und dementsprechend populärer. Die Auswahl ist bereits riesig, da kann der Überblick schon einmal schwer fallen. Was aber deutlich wichtiger ist, sind die unterschiedlichen Drohnen-Gesetzte. Bina und Francis verraten dir in diesem Interview, worauf du besonders acht geben solltest, wenn du eine Drohne in Thailand fliegen lassen möchtest.


Drohne fliegen in Thailand – Tipps

Bina und Francis vom Reiseblog my-road.de sind im Januar 2015 auf eine Weltreise aufgebrochen. Das Besondere an den Beiden ist, dass sie mit einer Kamera-Drohne um die Welt reisen und viele ihrer Reiseziele aus der Vogelperspektive festhalten. Auf ihren Reisen sind die beiden auch schon mehrfach in Thailand gewesen. 

Im heutigen Interview mit den beiden, verraten sie dir die besten Tipps und Tricks, zum Drohne fliegen in Thailand und worauf du anfangs besonders acht geben solltest.


Wie seid ihr eigentlich zum Drohne fliegen gekommen? Anreiz der neuen Technik, oder doch eher durch Zufall?

Das war eine ganz interessante Geschichte. Grundsätzlich haben uns technische Gadgets schon immer begeistert. Der Anstoß für den Kauf unserer ersten Kamera-Drohne kam aber von jemand anderen.

Binas Mutti hat einen Kollegen, der früher beruflich viel um die Welt gereist ist. Durch einen Schicksalsschlag ist er mittlerweile aber an einen Rollstuhl gebunden und kann nicht mehr so einfach die Welt erkunden wie damals. Weil er jedoch nicht darauf verzichten wollte, die Welt von oben zu sehen, hatte er sich schon vor vielen Jahren eine Drohne gekauft.

Bevor wir unsere große Reise starteten, konnten wir uns seinen Multicopter ausleihen. Die Aufnahmen, die wir damals machten, haben uns derartig fasziniert, dass wir unbedingt eine Drohne mitnehmen wollten.


Die wohl wichtigste Frage: Darf jeder einfach so eine Drohne fliegen? Und wie sieht es speziell mit Drohne fliegen in Thailand aus, gibt es da Gesetzte die beachtet werden müssen.

Ja, jeder darf eine Drohne fliegen. Trotzdem gibt es in jedem Land einige Regeln zu beachten.

Die Bestimmungen unterteilen sich fast überall auf der Welt nach dem Zweck des Fluges. Wenn du für deine Urlaubserinnerungen ein paar Schnappschüsse machst, dann fällt das unter Flüge zur Freizeitbeschäftigung. Für solche Flüge gelten in Thailand die folgenden Vorschriften:

  • Du darfst nicht höher als 90 Meter über Grund fliegen.
  • Du darfst deinen Multicopter nur innerhalb des Sichtkontakts steuern.
  • Drohnen-Flüge sind nur bei Tageslicht erlaubt.
  • Deine Drohne darf nicht schwerer als 2 Kilogramm sein.
  • Zu Flughäfen sind 9 Kilometer Abstand einzuhalten.
  • Drohnen-Flüge über Menschenmengen und in Städten sind nicht erlaubt.

Deutlich mehr Auflagen müssen jedoch berufliche Drohnen-Nutzer beachten. Da gibt es aufwändige Verfahren zu durchlaufen, um eine Flugerlaubnis erteilt zu bekommen. Mehr Informationen zu den Auflagen findest du in unserem Artikel zu den Drohnen-Vorschriften in Thailand.

Neben den Vorgaben solltest du natürlich darauf achten, dass du niemanden gefährdest oder belästigst. Dann bist du eigentlich immer auf der sicheren Seite.

UPDATE: Wenn die Drohne eine Kamera besitzt, muss man sich bei der TCCA registrieren. Weitere Infos hier.


Um eine private Haftpflichtversicherung kommt keiner der eine Drohne in Thailand fliegen will drum herum. Wo seid ihr versichert bzw. welche Versicherung würdet ihr empfehlen?

Du hast vollkommen recht: Drohnen müssen speziell versichert werden. Wir haben uns bei der Delvag, einer Lufthansa-Tochter, abgesichert. Viele Piloten machen einen Fehler und verlassen sich auf ihre reguläre private Haftpflichtversicherung. Einige Versicherer werben sogar damit, dass sie Drohnenflüge mit im Versicherungsschutz aufnehmen. Vertrauen würde ich darauf jedoch nicht, weil im Luftrecht andere Bedingungen gelten als für private Haftpflichtversicherungen. Deswegen solltest du unbedingt eine spezielle Drohnen-Versicherung abschließen, um Haftungslücken auszuschließen.


Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Drohnenfliegen in Thailand gemacht? Hattet ihr jemals Probleme oder durftet nicht aufsteigen?

Koh Chang von oben!

Thailand hat sich als sehr offenes Land für Copter-Piloten erwiesen. Anfangs hatten wir viele Befürchtungen, weil ein Gesetzesentwurf im Umlauf war, der Drohnen komplett verbieten sollte. Nun sind die Vorschriften aber sehr freundlich für uns ausgefallen.

Bevor wir irgendwo fliegen, fragen wir nach Möglichkeit immer nach einer Erlaubnis. Dazu sprechen wir z.B. die Wachleute an. Die sind meistens froh über ein wenig Abwechslung im Alltag und helfen gern weiter. Da braucht man also keine Scheu haben.

In Chiang Mai wollten wir mal in Flughafennähe starten und haben dafür sehr unbürokratisch die Freigabe von der Flugsicherung bekommen.

Die sehr positive Einstellung ggü. Drohnen wurde uns auch schon von vielen anderen thailändischen Piloten bestätigt. Unserer Erfahrung nach bekommst du keine Probleme, wenn du niemanden belästigst bzw. gefährdest.

Eine Ausnahme mussten wir allerdings doch erleben. Nachdem wir schon viele Monate in Thailand mit Drohne unterwegs waren, hatten wir es in Ayutthaya versäumt, uns bei den Wachleuten abzusichern. Plötzlich kam ein ganz wütender Sicherheitsmann auf uns zu und drohte uns mit der Zerstörung unserer Ausrüstung. Dank einem Reiseführer, der gerade bei uns vorbeilief und für uns übersetzt hat, konnten wir die Situation schnell entspannen.

Sukhothai von oben!

Drohnen gibt es mittlerweile ja wie Sand am Meer und für Reisende wird sicherlich die DJI Mavic sehr interessant werden. Was meint ihr zu dieser Drohne bzw. welche würdet ihr euch kaufen, wenn ihr nochmals bei 0 anfangen müsstet. Was sollte beim Drohnen Kauf unbedingt beachtet werden?

Die Antwort auf diese Frage hängt immer von den eigenen Ansprüchen ab. Der Mavic von DJI punktet natürlich mit seinen kleinen Abmessungen, der guten Kamera und der hohen Reichweite. Für Reisen ist er damit gut geeignet. Aber auch der Yuneec Breeze ist eine interessante Alternative.

Wir sind allerdings jetzt auf einen Yuneec Typhoon H umgestiegen, weil er ein hochklappbares Landegestell besitzt. Damit lassen sich die Flugmanöver noch besser variieren und anspruchsvollere Kamerabewegungen realisieren. Mit einem Mavic wären wir da zu sehr eingeschränkt.

Einen Überblick mit den wichtigsten Modellen von Drohnen mit Kameras findest du bei uns im Blog.

Der Yuneec Typhone H Pro
Klein. Kompakt. Leicht – Die DJI Mavic Pro Drohne

 

 

 

 

 

 



Ich persönlich reise ja nur mit Handgepäck. Kann ich meine Drohne einfach so mit ins Handgepäck nehmen oder kann es sogar Probleme bzgl. der Batterie der Drohne geben?

In den meisten Fällen ist es so, dass du deine Drohne mit ins Handgepäck nehmen kannst. Wir haben unseren DJI Phantom in zwei Jahren nur im Handgepäck befördert und das hat hervorragend funktioniert. Die Ersatzakkus musst du sogar immer im Handgepäck unterbringen, weil sie sich entzünden könnten und nur in der Kabine darauf reagiert werden kann. Das trifft übrigens auch für Powerbanks zu. Ich kann dich allerdings beruhigen: Die Wahrscheinlichkeit für so einen Zwischenfall ist sehr gering.

Es gibt nur wenige Länder (z.B. Ungarn) bzw. Airlines (z.B. Emirates), die den Transport von Drohnen im Handgepäck verbieten. Damit es keine bösen Überraschungen auf deiner nächsten Reise gibt, sammeln wir die Vorschriften der einzelnen Länder und Airlines bei uns im Blog. Wir investieren jede Woche viel Zeit dafür, diese Infos aktuell zu halten.


Der erste Flug mit der neuen Drohne. Worauf muss geachtet werden und wie bekommt man tolle Videos hin?

An erster Stelle solltest du dich natürlich mit der Bedienungsanleitung auseinandersetzen. Da stehen viele wichtige Details zu deinem Modell drin. Zum Beispiel wird dort erklärt, wie der Kompass des Copters kalibriert wird. Wenn du das am Anfang versäumst, kann es im schlimmsten Fall passieren, dass die Drohne gleich beim ersten Flug außer Kontrolle gerät und für immer verschwindet. Das wäre ziemlich ärgerlich. Deswegen sollte sich jeder die Zeit nehmen, die Bedienungsanleitung zu lesen.

Als nächstes geht es darum, einen geeigneten Übungsplatz zu finden, der frei von Hindernissen ist und an dem du niemanden beeinträchtigen kannst. Suche dir also am besten eine abgelegene Wiese oder ein Feld, um die ersten Flüge zu durchlaufen.

Am Anfang ist es wichtig, ein gutes Gefühl für die eigene Drohne zu entwickeln. Wie schnell reagiert die Fernsteuerung? Wie weit fliegt der Copter noch, nachdem ich die Steuerknüppel loslasse? Das unterscheidet sich von Modell zu Modell. Abzuschätzen, wie die Drohne reagiert, ist extrem wichtig für sichere Flugmanöver. Je mehr du übst, desto besser wird auch deine räumliche Wahrnehmung.

Für tolle Videos braucht es noch deutlich mehr. Da musst du fotografische bzw. filmische Grundlagen beherrschen und Kreativität in Bezug auf die Flugmanöver entwickeln. Wir helfen in diesen Punkten gern mit unserem Copter Camp weiter.


Welche Software benutzt ihr um eure Videos zu Schneiden und habt ihr Tipps für Anfänger auf was besonders geachtet werden muss?

Zum Schneiden unserer Videos verwenden wir Premiere von Adobe.

Ein häufiger Fehler ist, dass die hochgeladenen Videos sehr lange Sequenzen zeigen. Damit wirken die Videos oft langweilig, denn die Zuschauer sind schnelle Schnitte vom Fernsehen gewohnt. Wir würden also niemals ein Video veröffentlichen, in dem wir nur unser Rohmaterial zeigen. Im Schnitt kannst du mit einfachen Mitteln extrem viel bewegen und Spannung erzeugen.


Ihr habt vor kurzem das Copter Camp ins Leben gerufen, könnt ihr uns kurz erklären was genau das ist und wie dieses funktioniert?

Wir haben in den letzten beiden Jahren gemerkt, dass es ganz schwer ist, gute Informationen dazu zu bekommen, wie man eine Drohne optimal einsetzt. Im Netz kursiert dazu leider viel Halbwissen.

Auch wenn wir schon ein gewisses Vorwissen mitgebracht haben, mussten wir viel ausprobieren, bis wir endlich zu den Ergebnissen kamen, die wir uns erwünscht haben. Und das gesamte Wissen wollen wir nun an andere (angehende) Piloten weitergeben.

Das Copter Camp ist ein Onlinekurs, indem wir alle wichtigen Aspekte abdecken, die du für Luftaufnahmen mit einer Drohne kennen und können musst. Der Kurs unterteilt sich in mehrere Themenblöcke. Die wichtigsten Bereiche sind:

  • Technik eines Multicopters verstehen
  • Steuern einer Drohne erlernen
  • Rechtliche Bestimmungen in Deutschland
  • Grundlagen für Fotografen und Videografen
  • Bildbearbeitung und Videoschnitt

Unser Wissen vermitteln wir über Videotutorials, ausführliche Texte und Download-Materialien. Zudem gibt es Quizfragen zu den einzelnen Einheiten, mit denen du deinen Lernfortschritt überprüfen kannst.

Als Teilnehmer unseres Copter Camps wirst du in die Lage versetzt, richtig grandiose Fotos und Videos mit einer Drohne aufzunehmen.


Mit den guten Tipps von den Profis steht einem gelungenen Drohnenflug in Thailand nichts mehr im Weg. Wie du selbst gesehen hast, gibt es beim Drohne fliegen in Thailand einiges zu beachten, doch es ist durchaus möglich. Wir bedanken uns bei den beiden und wer weiß, vielleicht kommt auch bei uns schon bald eine Drohne zum Einsatz 😉 

1 Kommentar

  1. Ein sehr interessanter Artikel.
    Ich bin zur Zeit auf Koh Lanta und habe hier schon mehrmals Drohnen über dem Strand und sogar über dem Meer gesehen. Habe die Leute nicht gesehen, die geflogen sind, aber die müssen schon sehr überzeugt von ihren Fähigkeiten sein. Scheint wohl ein neuer Trend zu werden.

    Etwas komisch ist es schon, wenn so eine Drohne mit ihrem summenden Geräusch auf einmal über einem im Himmel herumsaust. Aber ich denke, das man damit wirklich fantastische Bilder machen kann.

    MfG aus Koh Lanta, Thailand
    Shi

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