In diesem Artikel gebe ich dir ein paar Einblicke von meiner kleinen Spritztour, die ich im Isaan gemacht habe. Wo ich überall war und was ich dort alles erlebt hatte, findest du in diesem Beitrag. 

Meine kleine Spritztour durch den Isaan

Kennst du eigentlich den Isaan? Falls dir dieser Begriff nicht viel sagt, so verstehe ich das vollkommen, denn diese Gegend ist sehr untypisch für Touristen. Als den Isaan bezeichnet man eine Region im Nordosten Thailands. Vielleicht hast du ja schon meinen Reisebericht über Udon Thani gelesen? Nein? Auch diese Stadt liegt im Isaan und ist für einen Besuch empfehlenswert (vor allem wenn man auf der Durchreise ist). Hier findest du den Reisebericht: Udon Thani: Das Highligt im Isaan?

Nach ein paar Tagen in Udon Thani beschloss ich noch eine kleine Spritztour zu machen. Was ich damals noch nicht wusste war wie sehr mich diese Spritztour beeinflussen würde. Doch fangen wir vom Anfang an.

 

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Nachdem ich in Udon Thani ein Auto für knapp 25€ am Tag geliehenisaan (2 von 19) hatte, machte ich mich auf den Weg. Auf in den Isaan! Auf zu einer kleinen Spritztour wie man es eigentlich nur in Amerika macht. Es war schon ein sehr komisches Gefühl das erste Mal auf der rechten Seite im Auto zu sitzen und auf der linken Straßenseite zu fahren. Vom Roller war ich es ja bereits gewohnt, doch im Auto sah das ganze wieder ganz
anders aus. Jedoch war es sehr aufregend!

Endlich aus der Stadt raus bekam ich einen ersten Überblick über das „wahre Thailand“. Diskos, Clubs, Einkaufszentren, Tankstellen und und und, all das war plötzlich verschwunden und es waren nur mehr kleine Holzhäuschen in Sicht, die eher einer Ruine glichen. Die Tankstellen waren mit einer Plane überdacht und ein Plastikstuhl inkl. kleinem Holztisch diente als Büro. Krass, diese ersten Eindrücke! Ich hatte mit vielen gerechnet, doch nicht damit…

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Und plötzlich war alles weg…

isaan (4 von 19)Nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt war plötzlich nicht mehr viel zu sehen. Ausser riesige Reisfelder. Jetzt war ich mittendrin. Im Isaan…

Was erst vielleicht schlecht klingt, war jedoch alles andere. Diese Landschaft, die Ruhe und kein Tourist in der Umgebung, das war für mich das Paradies und ich nahm gefallen an der Region. Ich liebte es durch die endlos langen Straßen (sofern man sie als das bezeichnen kann) durch die Gegend zu fahren und die Landschaft zu begutachten. Obwohl nichts wirklich aufregendes zu sehen war, kam es mir vor als ob ein Highlight nach dem anderen kommen würde.

Die riesigen Reisfelder, die dichten Urwald ähnlichen Passagen und die Büffel, die in den Wiesen umherzogen lösten einen wahren Glücksmoment in mir aus. Fernab jener Zivilisation. Fernab vom Tourismus. Phom chop Isaan mak mak 😉

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Nach gut 60km kam ich bei meinem ersten Ziel an, im Dorf meiner damaligen Freundin, in der Region „Nong Bua Lamphu“ . Dort lernte ich die Familie Chankaew und deren Verwandte kennen. Dass die Thais von Grund auf freundlich und hilfsbereit sind war mir schon vorher klar, doch im Isaan sah es nochmals ganz anders aus! Nach einem kurzen „Sawatdee Krap“ (deutsch: Hallo), wurde mir auch schon Bier und frische Früchte angeboten. Glaubst du das würde auch in Deutschland passieren? 😉 Danach folgte erstmals die Besichtigung des neuen Farangs, denn einen Tourist in dieser Gegend bekommt man schließlich nicht alle Tage zu sehen. Das ganze Dorf kam vorbei und wollte „den Farang“, der in den Isaan kam sehen. Ich fühlte mich ein bisschen als ob ich Justin Bieber  auf einem Teenie Konzert war 😉

Obwohl die Einheimischen dort kein Englisch sprachen und ich auch nur sehr wenig Thai, konnten wir uns mit Händen und Füßen verständigen. Je mehr Bier getrunken wurden, desto leichter ging es und desto lustiger wurde es, denn die Thais im Isaan lieben es zu trinken. Egal ob am Morgen, am Nachmittag oder irgendwann sonst, hier leben sie wirklich nach dem Motto „ein Bierchen am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen“ 😉


Wenn du vor hast den Isaan einmal zu besuchen, solltest du auf jeden Fall die Basics der thailändischen Sprache beherrschen, da du sonst nicht weit kommen wirst.

Eine hervorragende Methode um thailändisch zu lernen, ist der Thai Anfänger Kurs von Phuketastic, mit dem auch ich Thai gelernt haben

Jetzt Thai lernen mit dem Thai Anfänger Kurs!

Immer tiefer in den Isaan hinein…

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Nach ein paar Tagen machte ich mich wieder mit meinem Auto auf den Weg und erkundete die Gegend etwas genauer, denn es gab hier ein paar sehr atemberaubende Tempel in der Umgebung. Neben ein paar kleineren Anlagen befand sich auch noch ein großer Tempel namens Wat Tham Suwannakhuha in der Umgebung, der umwerfend war! Nur selten bekam ich einen dermaßen bildschönen Tempel zu sehen. Dieser Tempel befand sich im inneren einer riesigen Felswand. Der Eingang ist mit einem großen vergoldeten Tor umrahmt und sah schon sehr spektakulär aus. Im hinteren Gelände befanden sich noch einige Buddha Statuen, sowie ein kleines Gebäude indem die Mönche lebten.  Dieser Tempel war definitiv einer der schönsten Tempel die ich in Thailand gesehen habe.

 

Noch etwas weiter im Norden kamen wir zu einem See, wo viele der Einheimischen Kindern an heißen Tagen zum schwimmen vorbeikommen. Den Rest des Tages verbrachte ich hier. Das Highlight waren die „Hausboote“, die man für einen kleinen Betrag mieten konnte. Über die am Haus befestigten Seile konnte man sich samt dem schwimmenden Haus auf den See hinaus ziehen. Diese Gelegenheit nutzte ich natürlich auch sofort um eine Runde zu schwimmen! Am Ufer befand sich ausserdem ein Restaurant, in dem man sich Essen und Getränke kaufen könnte. Die Preise hier waren der Wahnsinn! Dermaßen billig geht´s wohl sonst nirgendwo in Thailand! Was nicht heißt dass die Qualität darunter leiden musste, denn die Gerichte waren alle frisch und sehr lecker zubereitet.

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An dem Tag hatte ich auch Geburtstag und ich ließ eine kleine Party auf dem Hausboot steigen. Für das Hausboot, 2 große Fische, ein typisches Issan Nudelgericht, einen Som Tam, Chips, etwas zum Knabbern, frische Früchte, 1l Cola, 1l Wasser, ein paar Bier und eine Flasche Sang Som, bezahlte ich insgesamt nur 1000 Baht! Das Preis/Leistungsverhältnis war einzigartig! Wohl gemerkt, wir waren 4 Personen! Zum Schluss waren alle satt und betrunken 😉

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Zum Abschluss zeigte sich noch ein spektakulärer Sonnenuntergang und ein perfekter Tag im Isaan ging zu Ende.

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Am nächsten Tag ging es 90km Richtung Laos, wo ich den Tempel Wat Pa Phu Kon besichtigte. Dieser Tempel liegt versteckt auf einen kleinen Berg und ist somit der höchste Punkt in der Region. Die Anfahrt erwies sich schwieriger als gedacht, da Google Maps das erste Mal so richtig versagte und sich auch nicht mehr auskannte 😉 Mein thailändisches Navi auf dem Beifahrersitz nutzte mir hier auch nicht wirklich viel 😉 Doch aufgegeben wird natürlich nicht und mit etwas Geduld fand ich den Tempel  dann schließlich auch. Ob man hier schon jemals einen Farang gesehen hat? Ich weiß es nicht, denn die Blicke der Locals fielen alle nur auf mich… Die atemberaubende Tempelanlage rückte erstmals in den Hintergrund, jetzt war ich die Attraktion! 😉

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Von dem noch relativ neuen Tempel hatte man zudem eine fantastische Aussicht und konnte bis nach Laos schauen. Doch auch der Tempel selbst war richtig faszinierend. Ich als Tempel Liebhaber fühlte mich natürlich wie im siebten Himmel!

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Auf dem Rückweg legte ich noch einige Stopps bei den vielen Tempeln und bei einem kleinen See ein. Es gab einiges zu sehen und es war unmöglich alles an einem Tag zu sehen. Dass es hier so viel zu sehen gibt hätte ich nicht gedacht!

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Stadt im Norden von Thailand

Der Höllentempel

Die Zeit meines Aufenthaltes im Issan rückte langsam dem Ende zu und ich beschloss noch den Höllentempel anzusehen. In diesem Park wurden ein paar sehr skurrile, fast schon angsteinlösende Skulpturen ausgestellt, die zeigen dass passiert wenn man gegen die Regeln des Buddhismus verstößt. Jede der Skulptur stellte eine andere Foltermethode vor. So wird beispielsweise bei Ehebruch nach dem Tod dein Körper an einem Baum genagelt und die Krähen fressen anschließend die Innereien heraus… Etwas skurril, aber definitiv mal eine Erfahrung wert zu wissen wie die Thais erzogen werden. Da sind die 10 Gebote im Christentum nichts dagegen 😉

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Die letzten Tage verbrachte ich noch bei der Familie meiner Freundin und lernte unter anderem thailändisch zu kochen, sowie die korrekten Verhaltensregeln der Thais und etwas thailändisch. Bei weitem hatte ich mir einen Besuch im Isaan nicht dermaßen aufregend und schön vorgestellt. Es war eine Erfahrung die man nicht täglich erlebt und die den Reiz in mir, den Isaan besser zu erforschen um ein Vielfaches steigerte.

Ich war garantiert nicht das letzte Mal im Isaan und werde versuchen demnächst weitere Orte zu besuchen und diese ebenfalls zu erforschen.

Was denkst du über einen Besuch im Isaan? Besteht auch bei dir bereits der Reiz „das wahre Thailand“ einmal zu besuchen? 😉

 

3 Kommentare

  1. Guten Abend Armin (Wenn du in deiner Dolomitengegend bist, heisst es “Guten Tag”).
    Wie du aus meinen letzten Zeilen erkennen konntest, bin ich dauerhaft im Isaan. Deine begeisterten Beschreibungen beziehen sich ja nur auf einen kleinen Teil dieser ärmsten, aber sehr schönen Gegend Thailands. Das geht ja von oberhalb Bangkoks bis zur laotischen Grenze und von Kambodscha bis weit in den Westen. Und was deine Tempelbesichtigungen angeht, so teile ich deine Freuden. Inzwischen kenne ich in unserer näheren Umgebung – und das sind maximal 100km im Unkreis, über 30 ganz unterschiedliche Wats. Und es gibt hier architektonische, moderne, fast spartanische Bauten aus ganz besonderen Materialien, wie man sie sonst nirgends auf der Welt findet. Daneben haben wir am Rande des Khao Jay Anlagen mit einer fast erdrückenden Vielfalt von tatsächlich tausenden Buddha- und Boddhisatwa-Figuren. Als ich im Ragmen eines kleinen Kulturaustauschs in der Silpakorn-Uni in Bangkok und auch in der Uni in Udon Thani war, lud uns der der Direktor zu einem Trip in sein Haus am See ein und wir aßen auf so einem Boot, wie du es beschreibst und wo du deinen Geburtstag feiertest. Das war auch für mich ein unglaubliches Erlebnis und eine der ungewöhnlichsten und leckersten Seafood-Mahlzeiten meines Lebens. Vielleicht schicke ich dir mal Fotos per mail. Noch einmal: Wenn du mal hier bis, melde dich vorher an. Unser Gästezimmer ist nur bei seltenen Verwandten-Besuchen belegt. Grüße von manfred

    • Hi Manfred. Danke für deine Impressionen. Ja der Isaan hätte noch so viel mehr zu bieten und sobald ich einmal Zeit habe muss ich diesen auch nochmals und gründlicher erforschen. Über Fotos würde ich mich sehr freuen, die kann ich gerne auch auf Facebook teilen. Wünsche dir noch eine schöne Zeit 🙂

  2. Hallo Armin,
    ich schicke dir mal etwas aus unserer Stadt Pakchong. In meinem Thailand-Pimpaka-Blog (Pimpaka heisst die Siedlung, in er ich wohne) hab ich in über 150 unterschiedlichen Beiträgen auch oft Fotos aus unserer Umgebung eingestellt. Ich bin gar nicht der Typ des dauernden Herumreisens. Eher statisch und langsam genießend. So erkunde ich alles gründlich und kümmere mich um Dinge und Menschen, von denen auch meine Familienmitglieder noch nie etwas gesehen und gehört haben. Wenn es dich interessiert – bitte. Ich will übrigens irgendwann mein Blog aufräumen und in mehrere Themen untergliedern. Denn manchmal finde ich mich selbst nicht mehr zurecht (hahaha, diese Künstler-Chaoten!). Mal sehen. Schönen Monsun-Tag.

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