Wer das erste Mal in ein fremdes, fernes Land reist, dem plagen oft die Fragen zum Thema Sicherheit. Oft genug hört man Geschichten die einem zweifeln lassen, ob man auch wirklich in das jeweilige Land reisen sollte. Hier findest du alles zum Thema Sicherheit in Ho Chi Minh (Vietnam) und worauf du alles achten solltest.

Sicherheit in Ho Chi Minh: Worauf sollte ich achten?

Ho Chi Minh, oder auch oft nur Saigon genannt, ist eine der größten Städte in Vietnam, in der ca. 6,7 Millionen Menschen leben. Bei einer so großen Stadt denkt man natürlich gleich an die großen Gefahren, die an jeder Ecke lauern können. Ob die Sicherheit in Ho Chi Minh wirklich bedenklich ist und auf was du als Reisender alles achten solltest, erfährst du in diesen Beitrag.

Kriminalität in Ho Chi Minh

mann mit pistole

Die Gewaltkriminalität gegenüber Ausländern ist in Ho-Chi-Minh-Stadt gering, was man sich erst nur schwer vorstellen kann. Wer mit gesundem Menschenverstand unterwegs ist, der wird kaum Probleme haben. Ich hatte während meiner 3 Tage in Ho Chi Minh nie das Gefühl dass ich irgendwie in Gefahr sei, außer im katastrophalen Straßenverkehr. Ich traf zwar ab und zu auf zwielichtige Gestallten, die nicht gerade einen vertrauenswürdigen Eindruck machten, doch wenn du solche Personen ganz einfach ignorierst wird dir nichts fehlen.

Das viel größere Problem ist die Diebstahlkriminalität. Vor allem in den Touristengebieten ist die Diebstahlkriminalität sehr hoch. Es kann sehr gut möglich sein dass du von einer schar Kindern kurz abgelenkt wirst, und ehe du dich versiehst fehlt schon etwas aus deiner Tasche, da sich von hinten ein Dieb angeschlichen hat. Die Kinder sind meist involviert und wissen genau wie sie die Touristen ablenken können. Schaue deshalb immer gut auf deine Sachen und lasse sie niemals aus den Augen. Auch bei mir versuchte ein kleiner Knabe sein Glück und wollte mir etwas aus der Tasche stehlen, nur zu dumm dass meine Taschen leer waren 😉

Besondere Vorsicht ist auch beim überqueren der Straße geboten. Nicht nur wegen dem Verkehre, der einfach katastrophal ist, nein, sondern auch wegen der Diebstahlgefahr. Es kann gut vorkommen dass ein Motorradfahrer dir beim vorbeifahren deine Tasche, oder dein Smartphone entreißt. Sollte das der Fall sein, dann kannst du rein gar nichts machen, den Dieb siehst du nie wieder! Verstaue deine Sachen deshalb immer in der Hosentasche, oder Umhängetasche und halte diese beim überqueren der Straße gut fest. Generell rate ich ab deine Sachen in einem Rucksack aufzubewahren, da sich hier immer und überall Diebe Zugang verschaffen können. Solltest du die Sachen dennoch in deinem Rucksack verstauen wollen, so versehe diesen mit einem Zahlenschloss, somit hat es der Dieb nicht mehr so leicht.

Gefährlich kann es auch vor Banken und Geldautomaten werden, denn hier lauern ebenfalls sehr viele Diebe herum. Wenn du also Geld ziehst, so mache das so unauffällig wie nur möglich und verstaue das Geld anschließend schnell in deiner Brieftasche. Ziehe auch niemals zu viel Geld auf einmal und trage nie größere Geldmengen mit dir herum. Sollte einmal etwas abhanden kommen, so ist der Verlust zu ertragen. Ich verwende immer einen Geldgürtel, da diese unglaublich praktisch und zudem sehr sicher sind. 

Aufpassen solltest du auch am Bahnhof von Ho Chi Minh. Die Langfinger wissen genau dass hier sehr viele Backpacker anreisen, die vermutlich das erste Mal in die Stadt kommen. Da man sich erstmal orientieren muss, ist man leicht abgelenkt und das wissen auch die Diebe. Konzentriere dich deshalb stets auf deine Wertsachen und prahle damit nicht herum.

Die Schuhputzer!

Vorsicht ist auch bei den Schuhputzern geboten. Ein Engländer, der sich gerade seine Schuhe wieder auf Vordermann bringen ließ, erklärte mir dass er ihm immer nur einen Schuh gibt und den zweiten erst wenn er den anderen wieder zurück bekam. Es sei hier schon oft passiert, dass wenn der Putzkerl beide paar Schuhe besaß, sich auf und davon machte ;).

Taximafia in Ho Chi Minh!

rosarotes taxi

Dass man generell auf der Welt einmal zu betrügerischen Taxifahrern kommt, ist vorprogrammiert, doch die Dreistigkeit in Ho Chi Minh war das schlimmste was ich bisher erlebt habe! „Taximeter? Yes!“, na dann, abfahrt! Nur sind wir nicht weit gekommen, denn nach 500m hielt er an und sagte dass seine Schicht vorbei ist und sein Kumpel weiterfährt. Wir sollten jetzt bezahlen… (14.000 Dong). Ja okay, mir doch egal. Als der Fahrer das Geld jedoch nicht annahm und immer wieder probierte in meine Geldbörse zu greifen um mir das Geld zu zeigen, platzte mir der Kragen! „10.000 big money, 100.000 small money!“, „give me right money!“, da konnte wurde ich das erste Mal in Südostasien aggressiv. Ich habe ihn 20.000 Dong in die Hand gedrückt, und habe habe das Taxi sofort verlassen.

Sollte dir in einem Taxi einmal irgendetwas komisch vorkommen, so steige sofort aus und wechsele! Lass auf keinen Fall zu dass die Hand des Fahrers in deine Tasche kommt, ggf. gib ihn einen ordentlichen Klatsch, das habe ich auch gemacht und mit ernster Mine angedeutet dass er das nicht nochmal wagen soll! Diese Masche passierte mir in 3 Tagen 2x, ansonsten hat immer alles reibungslos funktioniert.

Die Taximeter Falle… 

Taximeter ist billig, in Thailand, sowie auch in Vietnam. Doch, es ist etwas Vorsicht geboten. Gerne und vor allem in Ho Chi Minh werden die Taximeter etwas getunt, dass der Fahrpreis schnell in die Höhe steigt. Du als Laie wirst das vermutlich nicht mal mitbekommen, da die Preise immer noch sehr günstig in Vergleich zu Europa sind. Um das zu vermeiden empfehle ich deshalb immer mit einem seriösen Taxi zu fahren. Vor allem am Flughafen lauern wie in Bangkok auch, sehr viele Taxifahrer herum, die nichtmal in Besitz einer gültigen Taxilizenz sind. Diese verlangen meistens das doppelte, oder gar das dreifach des normal Fahrpreis. Schaue dich deshalb immer erst nach einem offiziellen Taxistand um.

Sicherheit in Ho Chi Minh: Es wird Abend…

Am Abend steigt die Kriminalität in jeder Stadt, das ist in Deutschland, in Thailand und natürlich auch in Vietnam so. Angst haben brauchst du jetzt keine, denn so schlimm es sich auch anhört ist es wirklich nicht. Dennoch solltest du in der Nacht auf einiges achten. So rate ich davon ab außerhalb, oder in dunklen Gassen alleine umherzuwandern. Hier kann es sehr gut vorkommen dass ein paar Raudis ihr Unwesen treiben und dich überfallen. Wenn du jedoch zu zweit, oder in einer kleinen Gruppe unterwegs bist, bist du auch hier relativ sicher unterwegs.

Es ist außerdem ratsam in der Nacht auf das normale Taxi umzusteigen. Die Motorrad und Fahrradtaxis sind zwar äußerst praktisch, da sie sich wie eine Schlange durch den dichten Verkehr schlängeln können, doch man weiß nie wie der Fahrer drauf ist und wo er dich hin bring. Ich rate von einer Fahrt mit einem Motorbike Taxi ab, denn die “angeblichen” Taxifahrer machten allesamt keinen seriösen Eindruck. Außerdem ist die normale Fahrt mit einem Taximeter günstiger.

Sicherheit in Ho Chi Minh: Der Straßenverkehr!

Eine starke Gefährdung geht vom Straßenverkehr aus. Noch in keiner einzigen Stadt habe ich ein solches Chaos und so viele Motorräder auf einen Haufen gesehen wie hier. Ich war erstens total geflasht und wusste nicht so recht wie damit umgehen. Ich war ja schon den starken Verkehr in Bangkok gewohnt, doch der in Ho Chi Minh übertraf diesen bei weitem! Aber wie sagen die Thais immer so schön: „Mai pen rai“ und man gewöhnt sich auch auf diese Situation relativ schnell.

Doch es ist Vorsicht geboten! Zurzeit sterben mehr als 12.000 Menschen pro Jahr bei Verkehrsunfällen. Mit dieser Zahl rangiert Vietnam in der Weltstatistik ganz vorn. Auch die mittlerweile eingeführte Helmpflicht für Mopedfahrer hat daran nichts geändert, denn Gründe sind eine oftmals rücksichtslose Fahrweise sowie die steigende Anzahl der Verkehrsteilnehmer. Auch versuchen immer mehr Touristen ihr Glück auf den Straßen, die mit der Gesamtsituation dann meistens nicht zu Recht kommen und einen Unfall verursachen. Motorradfahren in Vietnam? Gibt nichts schöneres, doch in Ho Chi Minh würde ich mich niemals selbst ans Steuer setzen und rate auch jeden davon ab.

Wenn ich mir im Nachhinein diese Zeilen so durchlese, bekomme ich selber fast Angst… Ich hatte während meiner gesamten Aufenthaltszeit nie wirklich das Gefühl unsicher, oder in Gefahr zu sein. Auch wurde mir nichts gestohlen und ich wurde niemals bedroht oder dergleichen. Dieser Artikel soll dich lediglich auf die Sicherheit in Ho Chi Minh hinweisen, was unter anderem alles passieren könnte. Mit etwas Hausverstand und einem wachsamen Auge bist du aber immer total sicher unterwegs und wirst bestimmt keine Probleme bekommen.

Tipps zur Sicherheit in Ho Chi Minh:

  • Wertsachen gut verstauen
  • Nicht mit Wertsachen prahlen
  • Stets Augen offen halten
  • Nachts Taxi gegenüber Motorradtaxi vorziehen
  • Nachts wenn möglich nicht alleine unterwegs sein
  • Keine größere Geldmenge bei dir tragen
  • Tasche in der Nähe von Straßen gut festhalten
  • Unseriöse Anbieter, oder Taxis meiden
  • Kein Geld auf der Straße wechseln
  • Geldgürtel verwenden
  • Stets wachsam sein

Um immer up to date zu sein, lohnt es sich vor der Reise sich auf der Homepage beim auswärtigen Amt erst schlau zu machen, wie es momentan mit den Gefahren im jeweiligen Land aussieht.

Befolgst du diese Tipps und verwendest deinen Hausverstand so wirst du in ganz Vietnam und generell in Südostasien sehr sicher unterwegs sein und niemals Probleme bekommen. Die Sicherheit in Ho Chi Minh ist gut, auch wenn es eine gigantische, hektische und total verrückte Stadt ist. 


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3 Kommentare

  1. Du schreibst “Ho Chi Minh, oder auch oft nur Saigon genannt, ist die Hauptstadt von Vietnam, in der ca. 6,7 Millionen Menschen leben. ” Das ist nicht ganz richtig – die Hauptstadt von Vietnam ist Hanoi.
    Gruß Bernd

  2. Sorry, Deine Sicherheitswarnungen finde ich sehr überspitzt und teilweise sehr negativ rüber gebracht. Ich bereise das Land bereits seit 3 Jahren und das mehrmals pro Jahr für längere Zeit. In Saigon habe ich solche Schilderungen nie erlebt, weder mit Schuhputzern noch mit Kinderbanden oder Taxis. Die Schilderungen sind mir leider alle viel zu Negativ. Bis auf den Strassenverkehr. Man kann auch alles schlecht reden.

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